39,90 (99 francs) – Frédéric Beigbeder

Beigbeder der selber jahrelang erfolgreicher Texter bei der internationalen Werbeagentur Young & Rubicam (Ford. Die tun was) war hat 2001 mit 39,90 (99 francs) einen Überraschungshit gelandet. Von seinem Freund Houellebecq bringt ihn auf die Idee und Beigbeder schreibt einen “Roman mit autobiografischen Zügen” (Wikipedia) mit dem Ziel gekündigt zu werden / also quasi ein 280 Seiten Kündigungsschreiben.

Werbung ist Dreck / Müll / sie verkauft uns Scheiße die wir ohne sie gar nicht kennen würden / Scheiße die wir nicht brauchen / immer wieder den gleichen Mist in neuer Verpackung / die immer kleiner werden / dafür die Preise immer größer

… das ist die Grundaussage die ich voll unterstütze. 39,90 beleuchtet die Agenturarbeit hinter den hübschen Hochglanz-Plakaten und sauteuren Werbefilmen. Wie wird ein Etat vergeben, wie laufen die Präsentationen ab, wie kommt der Slogan / nein, der Claim / zustande …

Jeder der in der Branche arbeitet (oder gearbeitet  hat :) ) sollte es gelesen haben und drüber nachdenken. Bei den New Media Agenturen ist noch schlimmer … die selbe Scheißarbeit nur für weniger Geld. Wenn traditionelle Agenturen die Nobelnutten sind dann gehen die New Medias noch auf den Straßenstrich.

Alle Aufträge werden angenommen / ohne Rücksicht auf Verluste / Umsetzung ohne Sinn und Verstand, ohne Kreativität und Qualität. Die armen kleinen Schlampen wären gerne wie ihre großen Vorbilder, kopieren die Sprache / Pitches, Claims, Branding, Selling Point / sie kopieren die Strukturen / was sind vier Grafiker in einer NMA … 1x Creative Director, 2x Art Director, 1x Junior Art Director … und dennoch die Budgets sind lächerlich im Vergleich zu den “Old Medias”.

… wem das zu hart war sollte das Buch nicht lesen denn da geht’s sprachlich deutlich härter zur Sache.

Demnächst läuft die Verfilmung in den österreichischen Kinos an.

Ein KK-Skype-Mood-Message-Buch-Tipp, danke.