Hier gleich der nächste Globe-Gewinner, Waltz with Bashir hat in der Kategorie “Bester fremdsprachiger Film” abgeräumt.
Es ist 1982, Israel hat den Libanon besetzt. Im palästinensichen Flüchtligslager in Beirut beginnen libanesische Milizen die Flüchtlinge zu liquidieren und das israelische Militär schaut zu. Ari Folman der Macher von “Waltz with Bashir” war einer der Soldaten die 1982 im Libanon waren und mit diesem Film arbeitet er seine Vergangenheit auf.
Waltz with Bashir ist eine Art animierter Dokumentarfilm in dem Interviews, Träume und Erzählungen vorkommen. Am Ende werden reale Dokumentarfotos aus dem Flüchtlingslager gezeigt auf denen die Opfer des Masskers von Sabra zu sehen sind.
Der Film hat einen sehr ausergewöhnlichen visuellen Stil, eindringliche Farben, silhouetteartig gezeichnet und 3D-animierte Städte. Aber auch der Soundtrack ist genial, immer wieder werden Songs aus der Region eingespielt und die Lied-Texte untertitelt angezeigt:
Nachdem ich mich jetzt einige Wochen erfolgreich um die (schlechte) Kritik zu “Taxidriver” gedrück habe, werd ich das auch weiterhin tun, und stattdessen, gibt’s eine Kritik zu einem anderen Film. Die österreichische Doku “No Name City” von Florian Flicker betrachtet das Leben einer Westernstadt 30 km südlich von Wien.
Im Stil von “Michael Moor“-Dokus ist der Macher ein Bestandteil der Doku und lässt sich zB. vom Sheriff bei der Auswahl der “Boots” beraten oder filmen, beim Versuch eine “No Name City”-Torte in der Tiefkühltruhe zu verstauen (muß man gesehen haben sonst versteht mans net).
Dieser Film betrachtet nicht die Stadt ansich sondern vielmehr die Menschen in ihr und die Beziehungen zwischen ihnen. Fast wie im richtigen Western tobt ein Machtkampf um die Herrschaft in der No Name City … es kann nur einen geben / die Stadt ist zu klein für uns zwei / das ist meine Stadt … fallen mir da spontan als Zitate aus beliebigen Western ein.
Mit dabei sind auch Waterloo und Robinson / Austropop-Legenden und Songcontest-Teilnehmer / die für die musikalische Einrahmung verantworlich sind. Waterloo hat auch einen genialen Auftritt als “Retter” der Stadt und Aushilfs-Winnetou. Ein würdiger Kanditat für das Kanzleramt ?
Sehr geiler Film, die internen Querelen machen den Hauptinhalt aus, den Rest tragen die Charaktere der Stadt-Bewohner bei. Das Leute die Vollzeit in einer Westernstadt arbeiten bzw. fast schon leben, na sagen wir mal, “ungewöhnlich” sind dürfte jetzt keine Überraschung sein.