Revolutionär Langweilig dieser Golden Globe Gewinner! Der neue Dreiteiler von Sam Mendes (American Beauty). Dreiteiler? Ja, ich bin zweimal eingeschlafen! Ca. 80% der Zeit sieht man die beiden Hauptdarsteller streiten. Sie streiten, am Parkplatz, im Haus, vorm Haus, Küche, Wohnzimmer, Schlafzimmer … und wenn man sie nicht streiten sieht, dann nur, weil er grad in der Arbeit ist. Beide Hauptdarsteller, also der LeoDiCaprio und die Kate Winslet wurden als Beste(r) Darsteller(in) nominiert, sicher auch zurecht, die liebe Frau Winslet hat den Globe auch gewonnen.
Aber der Film als ganzes, geht gar nicht, das einzig spannende ist dieser verrückte Sohn der Marklerin der den Beiden immer die Meinung geigt.
The Wrestler hat soeben die Golden Globes für den besten Filmsong und den besten Hauptdarsteller bekommen.
Randy, The Ram war in den Achzigern ein berühmter Wrestler doch mittlerweile ist er in die Jahre gekommen und hat seine große Zeit längst hinter sich. Unter der Woche arbeitet er in einem Supermarkt im Lager, am Wochenende zieht er durch die Mehrzweckhallen kleiner Städte und unterhält mal mehr mal weniger Zuschauer mit Schaukämpfen.
Seine Tochter (Evan Rachel Wood) will ihn nicht mehr sehen und die einzige mit der er reden kann ist die ebenso in die Jahre gekommene Stripperin Cassidy. Dann wird ihm ein ReMatch angeboten das den Ram wieder ganz nach oben bringen könnte, aber es kommt anders. Robin, wie er wirklich heißt, erleidet einen Herzanfall, sein Arzt empfiehlt ihm dringend das Schaukämpfen aufzugeben.
Tolle Leistung von Mickey Rourke der den Wrestler spielt, obwohl man bei ihm nie so recht weiß ob er den heruntergekommenen Typen nur spielt oder ob er wirklich einer ist. Marisa Tomei spielt die Cassidy.
Ein ergreifender Film über Einsamkeit und Scheitern.
Hier gleich der nächste Globe-Gewinner, Waltz with Bashir hat in der Kategorie “Bester fremdsprachiger Film” abgeräumt.
Es ist 1982, Israel hat den Libanon besetzt. Im palästinensichen Flüchtligslager in Beirut beginnen libanesische Milizen die Flüchtlinge zu liquidieren und das israelische Militär schaut zu. Ari Folman der Macher von “Waltz with Bashir” war einer der Soldaten die 1982 im Libanon waren und mit diesem Film arbeitet er seine Vergangenheit auf.
Waltz with Bashir ist eine Art animierter Dokumentarfilm in dem Interviews, Träume und Erzählungen vorkommen. Am Ende werden reale Dokumentarfotos aus dem Flüchtlingslager gezeigt auf denen die Opfer des Masskers von Sabra zu sehen sind.
Der Film hat einen sehr ausergewöhnlichen visuellen Stil, eindringliche Farben, silhouetteartig gezeichnet und 3D-animierte Städte. Aber auch der Soundtrack ist genial, immer wieder werden Songs aus der Region eingespielt und die Lied-Texte untertitelt angezeigt:
… der große Abräumer bei den Globes und jetzt heißer Oscar-Favorit. Ein Film von Trainspotting-Boyle über einen Jungen aus den Slums von Mumbai der überraschenderweise bei “Wer wird Millionär” alles zu wissen scheint. Diese Tatsache muß er vor der letzten Frage noch der Polizei erklären und erzählt dabei in Rückblenden sein bisheriges Leben.
Kein perfekter Film, in der Mitte einige Längen, ab und zu ein bisserl zu schmalzig und ein anderes Ende wär sicher besser gewesen. Aber im Großen und Ganzen wirklich verdiente Auszeichnungen und ein super Film. Bollywood wie es eigentlich sein wollte und sollte. “Slumdog Millionaire” kommt im März in die Kinos.
Und extrem geil: Die Credits, der gesamte Cast beim Bollywood-Dance, Selbstironie pur!
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